Kirche Zixdorf

Mit einer Gesamtlänge von 13 m ist die Zixdorfer Kirche vermutlich die kleinste in Brandenburg. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert wurde mit dem Bau eines kleinen Apsisaals begonnen. Aus dieser Zeit stammen noch die Reste des rundbogigen Mittelportals an der Südwand der Kirche. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Bau aufgestockt und nach Osten geringfügig verlängert in dieser Zeit entstand die Priesterforte an der Südseite. Alle Fenster der Kirche sind unterschiedlich groß und verschieden in Form und Position. Der Turm und seine Haube stammen vermutlich aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. 1905 wurde der Turm erneuert und die westliche Vorhalle hinzugefügt. Der Eingang, der die Gemeinde auf die Emporen führte war bis dahin eine Aussentreppe an der Nordwand.

Die Innenausstattung im „Bauernbarock“ gehört in ihrer Farb- und Ornamentengestaltung zum Opulentesten im Fläming. Es gibt Emporen im Norden und Westen.

Die Brüstung der Nordempore linker Hand ist ausgesägt und in Säulen aufgelöst, die wie gedrechselt wirken. Die Empore ruht auf bauchigen, geschnitzten Pfeilern mit volutenförmigen Kapitellen. Der Altar zeigt ein Abendmahlsbild aus dem späten 17. Jahrhundert, das mit Säulen und geschnitzten Akanthusblättern eingefaßt ist.. An die Kanzel (1690) mit gedrehten Säulen schließt sich eine vergitterte Treppe an, deren Fenster denen des Pfarrstuhls gegenüber entsprechen. Das Schiff ist von einer Brettertonne überwölbt, die mit einer Art Triumphbogen in die halbkreisförmige Wölbung des Ostschlusses übergeht. Die Laibung des Bogens ist mit blumengefüllten Kassetten bemalt, der Bogen ruht optisch auf einem kunstvoll gedrechselten Rundbalken, der das Ende des Schiffes überspannt. Die Halbkuppel des Ostschlusses ist von stilisierten Wolken umkränzt, im Scheitelpunkt zeigt sich der Heilige Geist als Taube, von Sonnenstrahlen umgeben.

Die Taufe, datiert 1694. Eine spitzgieblige Sakramentsnische ist mit Weinranken und Trauben malerisch umgeben. Die Pfeifen der Orgel gingen leider in den Nachkriegswirren verloren. Das geschnitzte Gestühl ist, wie die ganze Kirche, in einem relativ kühlen Blaugrün gehalten, das mit dem warmen Rot der Simse, Säulenkanten und besonders der üppig bemalten Orgelwölbung kontrastiert. Die Segmente der Emporenbrüstung tragen fein gemalte blaue Blumengebinde. Dichtes blaues Blattwerk bedeckt die Vorderseite der Orgelwölbung, hier finden sich auch drei große runde Spruchtafeln. Vor der Orgel und in der Schiffsmitte überspannen zwei gedrechselte Spiralbalken den Raum und geben ihm ein akzentuiertes Querelement. Die Brettertonne ist spärlich berankt und von zwei gemalten Segmentbögen überspannt, die mit Kassetten bemalt sind. In der Mitte schwebt ein schöner metallener Leuchter, ebenfalls blau, mit Kerzen besteckt.

Ansprechpartner Offene Kirche:
Burkhard Dümichen 033843/50553

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