Kirche Lühnsdorf

Kirchenvisitationen, die sich mit dem bedenklichen Bauzustand der im 15.Jahrhundert errichteten Lühnsdorfer Felsteinkirche befassen mussten, gab es regelmäßig. 1824 jedoch sollten der Abriss und der Neubau dieser Kirche beschlossen werden. Leider wurde den Lühns-dorfern der Antrag abgelehnt, so dass sich Reparaturen, Notlösungen und vorübergehende Schließungen anschlossen. Endlich dann, im Jahre 1897 wurde mit dem Abriss und dem Neubau der Kirche begonnen.

Am 18. September erfolgte dann die feierliche Einweihung, zu der auch die Kaiserin und Königin Viktoria eingeladen war. Sie konnte nicht kommen, schickte aber ein sehr schönes Geschenk in Form der Abendmahlgeräte nach Lühnsdorf. Die abgerissene Kirche lieferte dafür die beiden Glocken, die älteste und kleinere von beiden wurde im Jahre 1616 von Heinrich Borstelmann aus Magdeburg gegossen, die größere musste dann später dem Wahnsinn des 1.Weltkrieges dienlich sein. Erstere ruft nicht nur die Gläubigen zum Gottesdienst, jeden Abend um 18 Uhr erschallt in ihrem ganz eigenen Klang, von einem Elektroantrieb in Schwung gesetzt. Die vom Niemegker Orgelbaumeister Lobbes eingebaute Orgel, heute von einem Elektromotor mit Luft versorgt, versieht nach wie vor ihren Dienst.

Das Taufbecken, im Jahre 1865 vom Müllermeister Kuhlmey gespendet, ist, wie das von seinem Vater gespendete Marienbild mit Kind ebenfalls von der ehemaligen Kirche in das neue, wunderschön in Schleifenornamentik und Rautenmalerei versehene Kirchenschiff eingezogen. Nun fast nach 120 Jahren mussten umfangreiche Sanierungsarbeiten am maroden Gebälk des Kirchturmes und des Daches des Schiffes durchgeführt werden.

Wunderschön erstrahlte die Lühnsdorfer Kirche fertig saniert bereits am dritten Adventsfeiertage des Jahres 2017. Ein guter Ruf als Hochzeitskirche in Verbindung mit dem Landhaus „Alte Schmiede“ erforderte noch eine Schönheitsoperation. In den 1970er Jahren wurde der Altar und damit die kunstvolle Schleifen-und Rankenornamentik übertüncht. Auch zeigte die herrliche Vorhang-malerei in der Apsis bedenkliche Schäden, die einen Eingriff erforderlich machten. Dankbare Abhilfe kam Frau Lisa Kienow nahm sich dankenswerterweise der Angelegenheit an und machte diese zum Thema ihrer Bachelor-Abschlussarbeit. Aufwändig wurden diese Mängel von ihr beseitigt, so dass sich nicht nur die Kirchengemeinde Lühnsdorf auf recht viele Brautpaare freut, die dieses herrliche und berührende Ambiente für den schönsten Tag ihres Lebens nutzen. Eine täglich offene Kirche präsentiert sich den Besuchern und Gästen von Lühnsdorf und lädt herzlich ein zum Verweilen oder auch nur zum Hineinschauen.

Ansprechpartner Offene Kirche:
Heidrun Tietz 033843/50502

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