Kirche Klein Marzehn
Die kleine Kirche liegt mitten im Dorf auf einem Hügel. Die Mauern sind aus Feldsteinen verschiedener Größen aufgeführt. Der Eingang in die Kirche befindet sich in der südlichen Wand. Hoch an dieser Mauer ist noch der ehemalige, später mit Feldsteinen zugemauerten, spitzbogigen Eingang zu erkennen. Einer Legende nach, soll Martin Luther in diesem Eingang gestanden und zu den Einwohnern bei seiner Kirchenvisitation 1530 gepredigt haben.
Die Apsis ist halbrund und innen gewölbt. Der Dachreiter hat an der Westseite Feldstein- und an den westlichen Kanten Ziegelsteinmauerwerk, an den übrigen Seiten nur eine Bretterverkleidung.
Ihrem Ursprung nach stammt die Kirche aus spätmittelalterlicher (spätgotischer) Zeit. Die je ein in der Süd- und Nordwand – wenn auch nur sehr schwach – erkennbaren zugemauerten romanischen Fenster könnten so gedeutet werden, dass die Kirche älter ist, als bisher angenommen.
Am Kirchengebäude wurden im Laufe der Zeit viele Instandsetzungen und bauliche Veränderungen vorgenommen, die das heutige Aussehen bestimmen.
1858 wurde der Fußboden um zwei Fuß vertieft, um die gewünschte Höhe zu beschaffen. Was sich in der Folgezeit nachteilig auf die Sicherheit des Fundaments auswirkte. Auch die Apsis als Altarraum und vermutlich auch der Dachreiter wurden in dieser Zeit angebaut. 1902 erfolgte eine Ausmalung der Kirche im Jugendstil. Bei der Sanierung 1968, als das Gestühl erneuert und die Seitenempore entfernt wurde, wurde auch die Ausmalung weiß übermalt.
Bei der Sanierung des Dachs und des Schwammbefalls in den letzten beiden Jahren wurde eine alte Fotografie entdeckt, die die Innenausmalung der Kirche von 1902 zeigt. Die erneuerte Innenausmalung orientierte sich darum an diesen historischen Vorgaben. Der Altarraum erhielt wieder einen Sternenhimmel und ein Spruchband. Links und rechts des Altarraumes wurden nach historischem Vorbild Vignetten angebracht, die die Speisung der 5000 bzw. einen Pelikan der seine Jungen speist darstellen (Symbole für Brot und Wein im Heiligen Abendmahl).
Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten im Inneren der Kirche kam in diesem Jahr auch die Figur des Apostel Johannes neu hinzu.
Ansprechpartner Offene Kirche:
Bernd Schonert 033848/90688










